17.02.2016 / Titel / Seite 1

Merkel reizt Moskau

Deutsche Bundeskanzlerin tritt für »Schutzzone« in Syrien ein. Ankara ist begeistert und bekämpft weiterhin Kurden im Nachbarland

Arnold Schölzel

Die deutsche Bundeskanzlerin tritt im syrischen Krieg jetzt für das Szenario ein, das 2011 Libyen in die Katastrophe stürzte. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (Dienstagausgabe) erklärte Angela Merkel auf die Frage, was sie von »Schutzzonen« halte, »um den Flüchtenden innerhalb Syriens sichere Rückzugsgebiete zu eröffnen«: »In der jetzigen Situation wäre es hilfreich, wenn es dort ein Gebiet gäbe, auf das keine der Kriegsparteien Angriffe fliegt, also eine Art Flugverbotszone.« Dazu solle eine Vereinbarung zwischen Unterstützern und Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad geschlossen werden. Die eine der Kriegsparteien, die dschihadistischen und anderen Terrormilizen, verfügen allerdings über keine Fluggeräte.

Bislang hatte die Bundesregierung »Schutzzonen« abgelehnt, von der Türkei werden sie seit Jahren gefordert, Damaskus und Moskau lehnen sie kategorisch ab und verweisen auf den Libyen-Krieg 2011. Damals erwirkten die Westmächte...

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