16.02.2016 / Inland / Seite 5

Schulmisere macht Heuschrecken froh

Geschäft mit der Nachhilfe floriert. Wachsende Nachfrage bei Hartz-IV-Haushalten

Ralf Wurzbacher

Manchmal hilft auch Nachhilfe nicht weiter. In der vergangenen Woche befasste sich das Amtsgericht Rostock mit der Klage einer Mutter, die einen Privatlehrer wegen Erfolglosigkeit belangen wollte. Der Zusatzunterricht für ihren Sohn war nach hinten losgegangen. Statt besserer Noten brachte er ein Zwischenzeugnis mit fünf Fünfen nach Hause. Der Junge gehöre auf eine Förderschule, für mehr sei er »viel zu doof«, befand der Beklagte und handelte sich damit eine Anzeige wegen Beleidigung ein. Der Streit wurde am Ende gütlich beigelegt.

Eltern und Kinder stehen unter gewaltigem Druck. Wenn in der Schule die Leistungen nicht stimmen, die Versetzung aufs Gymnasium oder der Weg in Ausbildung und Studium gefährdet sind, wird außerschulisch nach- bzw. draufgelegt. Neueren Schätzungen zufolge erhält fast jeder siebte Schüler an allgemeinbildenden Schulen Nachhilfeunterricht. Lohnend ist die Sache vor allem für die Anbieter. Wie die Bertelsmann-Stiftung ermittelt hat,...

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