15.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Glück auf den Weg

Mehr als eine Autobiographie: Walter Kaufmann über sein »Leben auf Reisen«

Gisela Steineckert

Zwischen uns gibt es einen untilgbaren Abstand durch Respekt. Der lässt sich nicht überbrücken durch unsere Freundlichkeiten als Kollegen, sogar lockeren Spaß nebeneinander beim Buchbasar, und falls man sich zufällig trifft, dort, wo man heutzutage aus Trotz hingeht, um nach links zu grüßen, und ab durch die Mitte wieder nach Hause zu gehn. Respekt ist ein großes Wort. Es muss begründet werden, also: Ich glaube daran, dass ein Mensch, von seiner Geburt an, alles speichert, was ihm zuteil wird – an Liebe, die alles richtig macht, oder Nichtachtung und Nachlässigkeit. Eine besondere Rolle spielen da die unaufhebbaren Ungerechtigkeiten. Dabei mute ich meinem Hirn jetzt nicht zu, weiter aufzuzählen, was alles wehrlosen Kindern geschehen kann.

Walter Kaufmann wurde weggegeben, als Kleinkind. Die polnisch-jüdische Rachela hat ihn nicht versorgen können, so nehmen wir an. Wir wollen ihr nicht aufladen, dass sie 1924 schon gewusst hat, was sie ihm mit seiner Herku...

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