15.02.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Nur weg hier!

In Uganda gibt es für Flüchtlinge aus dem Kongo keine Perspektive

Frank Schumann, Kampala

Cedric und Jacques Battende sind um die zwanzig. Die beiden Brüder kamen vor einigen Jahren aus dem benachbarten Kongo, sie flohen vor dem Bürgerkrieg. Ich treffe sie in einem Kreis junger Geflüchteter, die schon einige Zeit in Kampala leben und wegwollen. Nein, nicht zurück in ihre Herkunftsländer, sondern nach Europa, am besten nach Deutschland. Sie berichten von ihren traumatischen Erinnerungen, einer bricht in Tränen aus, als ich nach dem Grund seiner Flucht frage. Die Eltern: ermordet, die Geschwister: verschleppt oder tot.

In Uganda sehen die beiden Männer keine Perspektive für sich. Jeder zweite hier ist ohne Job, und die andere Hälfte arbeitet »für die Regierung«. Selbst Absolventen der Makerere-Universität von Kampala, die zu den besten Hochschulen des afrikanischen Kontinents zählt, haben schlechte Aussichten, wie ich höre. Rund 13.000 verlassen die Institution jedes Jahr, man schmeichelt ihnen: Sie seien die Elite. Doch selbst für die ...

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