15.02.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Stabilität ohne Perspektive

Uganda: Präsident Museveni kann auch nach 30 Jahren mit Wiederwahl rechnen. Land im Griff des Neokolonialismus

Frank Schumann, Kampala

Das Visum kostet 100 Dollar, die bei der Einreise über den einzigen internationalen Flughafen des Landes zu entrichten sind. Und beim Geldtausch in der einstigen Kolonialhauptstadt Entebbe werde ich zum Millionär: Für 300 Euro bekomme ich mehr als eine Million ugandische Schilling. »Money« verlangt der Polizist auf dem Parkplatz, über den ich mit der Kamera laufe und fotografiere. Die uniformierten Staatsdiener werden schlecht bezahlt, wie ich Tage später selber sehe: Neben dem gemauerten Gebäude der Polizeiverwaltung stehen viele Blechhütten wie in den Slums – das sind die Dienstwohnungen.

Es gibt überdurchschnittlich viele Polizisten und Sicherheitsbeamte im Lande. Vor jedem Supermarkt und Restaurant, vor jedem Parkplatz und jeder Tiefgarage, vor jeder öffentlichen Einrichtung lümmeln sie mit Kalaschnikow herum. Sie mustern mit Spiegeln die Unterseite aller Fahrzeuge, die Passagiere müssen stets eine Schleuse passieren und werden abgetastet wie auf e...

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