13.02.2016 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

»Metall auf Metall«

Was für die einen Kunstfreiheit ist, bewerten andere als Seelenräuberei. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet über ein Recht auf Remix

Thomas Elbel

Es muss irgendwann im Jahre 1997 gewesen sein, als der Mannheimer HipHop-Produzent Moses Pelham fündig wurde. Pelham produzierte gerade die neue Platte der Rapperin Sabrina Setlur, damals auch bekannt als »Schwester S.«. Für deren Song »Nur Mir« suchte er eine geeignete Rhythmussequenz. Im HipHop ist es von jeher üblich, eigene Kompositionen durch Ausschnitte fremder Musikstücke, sogenannte Samples zu ergänzen. Solche Samples finden sich schwerpunktmäßig in der musikalischen Rhythmik, wo sie dann in als »Loops« bezeichneten Endlosschleifen aneinander gehängt werden. Pelham hatte sich für derartige Zwecke ein Archiv mit Tausenden Samples anderer Werke angelegt. Beim Durchwühlen der Untiefen dieses Archivs stieß er dann auf eine angeblich längst vergessene, zwei Sekunden lange Sequenz rhythmischer Hammerschläge auf Metall. Ihn habe die »Kälte« dieser Klänge fasziniert, die aus seiner Sicht einen guten Kontrapunkt zum Gesang seines Protegés bildete.

Erst sieb...

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