13.02.2016 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Erfreulich anspruchslos

Vom Nutzen ausländischer Arbeiter und nötigen Beschränkungen der Zuwanderung: Ein Vortrag vor deutschen Industriellen im Jahre 1908

In Deutschland wuchs in der Phase der Hochindustrialisierung nach der Reichsgründung 1871 der Bedarf an Arbeitskräften immens an. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 wurden z. B. zur Industrialisierung des Ruhrgebietes erste »Ruhrpolen« angeworben. Dies waren Bergarbeiter aus Oberschlesien und polnische Landarbeiter aus Ost- und Westpreußen sowie Posen, das seit dem Wiener Kongress 1815 Hauptstadt einer preußischen Provinz war. Die Zuwanderer unterschieden sich durch ihre Sprache von der deutschen Arbeiterschaft und bildeten ein eigenständiges Milieu in den langsam größer werdenden Städten des Ruhrgebiets (z. B. Essen, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen). Die meisten dieser Arbeiter blieben – anders als etwa viele italienische Migranten. Von etwa drei Millionen Einwohnern des Ruhrgebiets um 1910 waren etwa 500.000 polnischer oder preußisch-polnischer Nationalität. Die Beschäftigung italienischer Migranten im Deutschen Reich insgesamt erreichte...

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