13.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Die anderen brechen auf

Wie das Fremde zurückblickt: Zwei große Filme von Philip Scheffner im Forum

Grit Lemke

Wie in jedem guten Film gibt das erste Bild in »And-ek Ghes …« die Richtung vor: Ein Mann mit Kopfhörern vor einem Mikro in einem Studio, schweigend. Vor sein Gesicht schiebt sich kurz ein zweites, gespiegelt in einer Glasscheibe. Man hört eine männliche Stimme einen Tagebucheintrag vorlesen. Erst an dessen Ende wird klar, dass der Mann seiner eigenen Aufnahme gelauscht hat.

Später wird er mit seiner Familie vor einem Monitor sitzen und Aufnahmen kommentieren, die zwischendurch zum eigentlichen Film – also etwas Fertigem – werden, um dann doch wieder unvermittelt in den Status des Making of, der Werkstatt zurückzufallen. Und die zwei Männer werden sich gegenseitig dabei filmen, wie sie sich filmen. So wird es in der Geschichte eines Roma-Clans zwischen Rumänien, Deutschland und Spanien im ständigen Wechsel der Ebenen immer um die Frage gehen, wer spricht und wessen Geschichte erzählt, um Repräsentation, Deutungshoheit, Macht und darum, wie sich unser Bild ...

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