13.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Ganz unten auf der Liste

Neoliberale Sparmaßnahmen lassen die britischen Orchester schrumpfen. Den Musikern geht die Puste aus

Stefan Siegert

Purcell, Händel, Elgar, Britten – die englische Musikgeschichte weist glanzvolle Namen auf. In London entstand der bürgerliche Musikmarkt. Und bis heute sorgen Komponisten wie Birtwhistle, Ferneyhow oder Ades, Dirigenten wie John Eliot Gardiner oder Simon Rattle, Klangkörper wie das London Symphony oder das City of Birmingham Orchestra an Orten wie Covent Garden, Glyndebourne oder Royal Albert Hall für ein glorreiches britisches Musikleben.

Das alles ist in Gefahr. Denn das Mutterland (Margaret Thatcher) des neoliberalen Dogmas ist auf dem Weg zurück zu Mozart. Nicht zu seiner Musik. Aber zu der dünnen, parasitären Oberschicht, die, während Mozart für sie musizierte, zu Tisch saß und lärmte oder Karten kloppte und mehr als einmal vergaß, ihn für seine Dienste zu bezahlen.

Musik braucht nicht nur Solisten. Sie braucht Orchestermusiker, Chorsänger, Musiklehrer – sie braucht Arbeitskräfte. Die sind in den Augen der Neoliberalen Störfaktoren: Sie verursachen Lo...

Artikel-Länge: 6135 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe