13.02.2016 / Inland / Seite 5

Nahles’ Ein-Euro-Integration

100.000 Hilfsjobs für Flüchtlinge: Ministerin will 450 Millionen von Schäuble. Opposition wirft ihr »Flickschusterei« und Planlosigkeit vor

Susan Bonath

Sie schönen die Arbeitslosenstatistik und ersparen klammen Kommunen Personalkosten. Fast nie ermöglichten sie Betroffenen den Sprung in entlohnte Beschäftigung: Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung, sogenannte Ein-Euro-Jobs. Deshalb wurde ihre Zahl seit 2010 von über einer halben Million auf etwa die Hälfte reduziert.

Doch bald werden mit den Flüchtlingen neue Arbeitssuchende hinzukommen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) wiederholt daher ihre Forderung vom Dezember: 450 Millionen Euro sollen für 100.000 Ein-Euro-Jobs bereitgestellt werden. Am Donnerstag bestand sie in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe auf einem Zusatzposten für ihr Budget: »Zum Nulltarif können wir die Flüchtlinge nicht integrieren.« Zudem könne man das Geld nicht aus dem Topf zur Förderung Langzeitarbeitsloser nehmen. Dann entstehe ein »Verdrängungswettbewerb, der Ängste schürt«. Das Bundesfinanzministerium will sich dazu aber noch nicht äußern. Das Verfa...

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