12.02.2016 / Feminismus / Seite 15

Befreit – und dann?

Nepal: Drei ehemalige Haussklavinnen gestorben. Staat kommt Fürsorgepflicht nicht nach

Thomas Berger

Hema Chaudhary aus Dhangadhi, Mina Pun aus dem Distrikt Rolpa und Sabita Chaudhary aus dem Distrikt Bardiya waren eigentlich auf der Gewinnerseite: befreit wie weitere Tausende andere »Kamlaris« aus dem System traditioneller Sklaverei in Nepal. Doch ihre Rettung durch eine Gesetzesänderung hat den drei Mädchen wenig genützt. Sie starben an behandelbaren Krankheiten, weil staatliche Einrichtungen, die für ihre Fürsorge zuständig gewesen wären, versagt haben.

In einem Gesetz vom Juni 2013 hatte die Regierung in Kathmandu das Kamlari-System abgeschafft. Fünf Jahre nach dem umfassenden politischen Neustart mit der Ausrufung der Republik am 28. Mai 2008 in dem Himalajastaat, in dem in ländlichen, abgelegenen Gebieten noch immer halbfeudale Zustände fortbestehen, erlangten offiziellen Verlautbarungen zufolge rund 12.000 Mädchen ihre Freiheit. Dieser Schritt kam nicht nur so spät, weil die wichtigsten Parteien im Dauerstreit lagen, sondern auch, weil selbst enge ...

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