12.02.2016 / Feminismus / Seite 15

Vater, Mutter, Kind?

Gisela Notz wendet sich gegen die noch immer dominierende gesellschaftliche Norm der Kleinfamilie – und entlarvt deren Frauenfeindlichkeit

Mona Grosche

Wir brauchen einen Familismus!« hieß es im Februar 2014 in der FAZ. Bloß nicht, meint die Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz. Schließlich präge der schon seit Jahrhunderten maßgeblich Politik und Sozialstruktur unseres Landes mit, schreibt sie in ihrem neuen Buch zur »Kritik des Familismus«. Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Er stammt aus dem Repertoire der Soziologen und bezeichnet laut Duden eine »Sozialstruktur, bei der das Verhältnis von Familie und Gesellschaft durch weitgehende Identität gekennzeichnet ist«. Notz zufolge dominiert in allen westlichen Staaten die Ideologie des Familismus, gerade auch in der Bundesrepublik. Selbst im Grundgesetz ist er als »Schutz der Familie« fest verankert – dort noch immer untrennbar mit der Ehe verbunden – und prägt bis heute die Leitlinien der Politik.

Doch blicken wir zunächst zurück: Schließlich steht der Familismus, quasi als kleiner Bruder des Patriarchats, seit Ewigkeiten hilfreich an dessen Seite, um id...

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