12.02.2016 / Inland / Seite 4

Verweigerte Entschädigungen

Linksfraktion und Naziopfer fordern Nachbesserungen in Ghettorentengesetz. Vor allem Roma benachteiligt

Frank Brendle

Immer noch gibt es Hunderte Überlebende des Naziterrors, denen die sogenannte Ghettorente verweigert wird – obwohl überhaupt nicht strittig ist, dass sie während der Naziherrschaft im Ghetto waren und dort auch arbeiteten. Der Verband der Jüdischen Glaubensgemeinschaften in Polen und die Vereinigung der Roma in Polen fordern in einem gemeinsamen Appell eine Änderung des entsprechenden Gesetzes. Auch in Rumänien verursacht die Rentenpraxis Ungerechtigkeiten.

Das 2002 verabschiedete Ghettorentengesetz rechnet die Arbeit, die in Ghettos geleistet wurde, als Beitragszeit für die gesetzliche Rentenversicherung an. Ob tatsächlich ein Rentenanspruch entsteht, hängt aber von den ansonsten üblichen sozialrechtlichen Bestimmungen ab, insbesondere davon, ob die Mindestversicherungszeit von 60 Monaten erfüllt ist. Weil über so einen langen Zeitraum kein Ghetto existiert hat, müssen die Betroffenen weitere Beschäftigungszeiten nachweisen.

Dabei werden auch Beitragszahlu...

Artikel-Länge: 3871 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe