12.02.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Ungeliebt und unentbehrlich

Polens Beziehung zu Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Doch Warschau birgt für Berlin auch ein Störpotential

Reinhard Lauterbach, Nekielka

Ein Aspekt fehlte, als die rechtskonservative Partei PiS im Herbst 2015 die Regierung in Polen übernahm: die offen antideutschen Töne. Der 2010 mit dem Flugzeug abgestürzte Staatspräsident Lech Kaczynski hatte noch stolz erklärt, er kenne von Deutschland nur das Herrenpissoir auf dem Frankfurter Flughafen, und das reiche auch. Sein Nach-Nachfolger Andrzej Duda sendete nun andere Signale: Seine Frau und er seien oft in Deutschland im Urlaub und hätten deutsche Freunde. Frau Duda ist tatsächlich ausgebildete Germanistin und hat, bevor sie »First Lady« wurde, an einem Krakauer Gymnasium Deutsch unterrichtet. Um diesen anderen Ansatz diplomatisch zu unterstreichen, wählte Duda denn auch Berlin als Ziel seiner ersten Auslandsreise.

Der Hintergrund dieser verbalen Zurückhaltung ist die starke wirtschaftliche Verflechtung Polens und der BRD. Die Regierung Szydlo beeilte sich nach ihrem Amtsantritt zu erklären, an diesem Zustand wolle sie nichts ändern. Für Po...

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