12.02.2016 / Inland / Seite 2

Ehemaliger SS-Mann schweigt

Eines der letzten Verfahren wegen faschistischer Verbrechen hat begonnen

In einem der letzten großen Prozesse zu den Verbrechen des NS-Faschismus steht seit Donnerstag in Detmold ein früherer SS-Wachmann aus dem Vernichtungslager Auschwitz vor Gericht. Der 94jährige Reinhold Hanning muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen verantworten.

Auch frühere KZ-Insassen verfolgten den Prozessauftakt. Ein Auschwitz-Überlebender forderte als erster Zeuge den Angeklagten zur Aussage auf. »Wir sind fast gleich alt, und wir stehen bald beide vor dem höchsten Richter. Ich möchte Sie auffordern, uns die historische Wahrheit zu sagen«, sagte der ebenfalls 94jährige Leon Schwarzbaum. In Auschwitz wurden nach Angaben des Nebenklägers 35 seiner Verwandten von den Nazis ermordet. »Sprechen Sie an diesem Ort darüber, was Sie und Ihre Kameraden getan oder erlebt haben«, forderte ihn Schwarzbaum auf.

Der Angeklagte äußerte sich am ersten Verhandlungstag nicht. Hanning ist gesundheitlich angeschlagen ...

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