11.02.2016 / Feuilleton / Seite 11

Das verwackelte Inferno

Grundrauschen und Geschrei: Sonderreihe zur japanischen Punk-Ära im Forum

Michael Streitberg

Am Ende ist es nur noch laut. Nach vier Filmen der Berlinale-Sonderreihe »Hachimiri Madness: Japanese Indies from the Punk Years« weiß man nicht mehr so genau, welche Szene in welchem Film vorkam – und ob das alles in irgendeinem Zusammenhang miteinander stand. Was hatten die Flussgeister in Tokio verloren, wer hat die blutbespritzte Statue in die Fabrikhalle gestellt, in welchem seiner beiden Frühwerke hat Sion Sono auf die Verkehrsinsel geschissen, und was wollten die beiden jungen Frauen noch mal mit den gestohlenen Kohlköpfen?

Einzige Gemeinsamkeit scheint ein immer lauter werdendes Grundrauschen. Noisige Störgeräusche spielen jedenfalls in den meisten Werken eine zentrale Rolle. »The Isolation of 1/880000« (Sogo Ishii, 1977) ist noch vergleichsweise konventionell erzählt und am wenigsten von assoziativer Symbolik, Geschrei und Gerenne geprägt. Aber auch hier weicht die klassische Musik im Laufe der Handlung einem Nervosität erzeugenden Gekriesel. ...

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