11.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

»Krise allein führt nicht zu Emanzipation«

Heute abend wird in Berlin die Macht der Ausgebeuteten diskutiert. Ein Gespräch mit Gerhard Hanloser

Christof Meueler

Täuscht der Eindruck, dass die radikale Linke sich am liebsten mit sich selbst beschäftigt anstatt, sagen wir’s mal ganz emphatisch, die Revolution zu machen?

Die Revolution machte noch nie »die radikale Linke«, sondern revolutionäre Massen. Die radikale Linke sollte auf den Zustand der Mehrheit der Gesellschaft reflektieren, besonders auf die Lebenssituation derjenigen, die der Ausbeutung unterliegen. Wenn eine radikale Linke sich selbst ebenfalls als Teil der kapitalistischen Gesellschaft begreift, wäre eine Selbstbeschäftigung vielleicht gar nicht so uninteressant.

Viele Linke unterliegen einer Proletarisierung. In den letzten Jahren wurde darüber viel debattiert. Diejenigen, die am meisten eine klassenkämpferische Perspektive innerhalb der deutschen Linken blockiert haben, wie die sogenannten Antideutschen, zeigen sich ganz offen als neoimperialistisch. Ihre »Islamkritik« ist migrantenfeindlich, ergo rassistisch und nur vorgeblich religionskritisch.

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