11.02.2016 / Ausland / Seite 7

Moskau spielt die kurdische Karte

Autonomieregion Rojava eröffnet Büro in Russland. Türkei verärgert über Bündnispolitik der USA

Nick Brauns

Ein kurdisches Sprichwort lautet: »Die Kurden haben keine Freunde außer den Bergen.« Das dürfte der türkischen Regierung anders vorkommen. Zumindest die Kurden im Nachbarland Syrien scheinen sich derzeit vor mächtigen Freunden kaum retten zu können.

So wurde am Mittwoch in Moskau eine diplomatische Vertretung der nordsyrischen Autonomieregion Rojava eröffnet. Da dieser Schritt auf Einladung der russischen Regierung erfolgte, kommt er einer, zwar nicht völkerrechtlichen, doch faktischen Anerkennung der drei mehrheitlich kurdisch besiedelten Selbstverwaltungskantone gleich. Wie die Agentur Tass am Mittwoch meldete, werde die Vertretung von der russischen Regierung als Nichtregierungsorganisation gewertet. Büroleiter Rodi Osman sagte am Mittwoch gegenüber ANF-News, die Eröffnung sei »eine wichtige Etappe in der Geschichte Rojava-Kurdistans«. Ähnliche Büros seien in Deutschland und Frankreich geplant. Die Intention des Kreml beim Ausspielen der kurdischen Kart...

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