09.02.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Macht ohne Plan

Krisenmanagement am Nil: Ägyptens Wirtschaft bricht ein, Investoren meiden das Land. Das Militär macht selbst Geschäfte, hat aber keine Idee

Sofian Philip Naceur, Kairo

Fünf Jahre nach Ausbruch der »ägyptischen Revolution« 2011 sieht die krisengeplagte Wirtschaft des Landes immer noch kein Licht am Ende des Tunnels. Anhaltend hohe Erwerbslosigkeit, galoppierende Inflation und ein sicherheitspolitisch fragiles Umfeld machen der Privatwirtschaft ebenso zu schaffen wie der staatlich kontrollierten Industrie. Das Land ist faktisch pleite und konnte sich nur dank großzügiger, politisch motivierter Hilfszahlungen aus den Golfstaaten über Wasser halten. Doch inzwischen fahren Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre fiskalpolitische Unterstützung für Kairo sukzessive zurück. Das stellt Kairo vor neue Herausforderungen. Bislang hat das Regime des autoritär regierenden Präsidenten Abdel Fattah Al-Sisi keine wirksamen Maßnahmen präsentiert, um der am Boden liegenden Wirtschaft neue Impulse zu geben.

Im Gegenteil. Die Regierung setzt auf kurzfristig angelegte Vorkehrungen. Eine tragfähige Idee zur Bekämpfung von...

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