09.02.2016 / Inland / Seite 4

Der Friedensfürst

Wolfgang Ischinger, Chef der »Sicherheitskonferenz«, ist ein Meister der Kriegspropaganda

Peer Heinelt

Der Leiter der in Kürze beginnenden »Münchner Sicherheitskonferenz«, Wolfgang Ischinger, ist ein wahrer Meister der Kriegspropaganda. Er weiß: Wer Krieg führen will, muss den eigenen Friedenswillen betonen, den Feind hingegen als Verbrecher darstellen und Kriegsgegner als dessen Helfershelfer denunzieren. Ein Beispiel seiner Kunst gab Ischinger unlängst im Gespräch mit dem Schweizer Online-Finanzportal cash.ch. Der Bürgerkrieg in Syrien müsse im Interesse der Humanität und des Friedens »gelöst« werden, erklärte der ehemalige deutsche Spitzendiplomat und forderte einen Krieg des Westens gegen die Truppen der amtierenden Regierung unter Baschar Al-Assad: »Ich kämpfe auch persönlich gegen die pazifistische Neigung in Deutschland, dass jede Form der militärischen Intervention verteufelt wird. Im Jahr 2011, als der Bürgerkrieg los ging, herrschte in Berlin die Meinung vor: Wer interveniert, löst einen Flächenbrand aus. So intervenierte Deutschland nicht, die U...

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