04.02.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Held oder Mörder

Ein niederländischer Exsoldat kämpfte mit den Kurden gegen den IS. Nun ermittelt die Justiz gegen ihn

Gerrit Hoekman

Die niederländische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen mehrfachen Mordes gegen den Friesen Jitse Akse. Für viele Niederländer ist der Mann aus Leeu­warden jedoch ein Held. In einer Onlinepetition fordern nach aktuellem Stand mehr als 60.000 Menschen die Einstellung des Verfahrens. »Baut ihm ein Denkmal!« fordert ein User auf Facebook. »Er hat einen Orden verdient und keine Strafe«, schreibt ein anderer.

Jitse Akse hat im vergangenen Jahr in Rojava, dem syrischen Teil Kurdistans, zehn Monate lang für die »Volksverteidigungseinheiten« (YPG) gegen die Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) gekämpft. Seit November ist er wieder in den Niederlanden. Offenbar wollte er eigentlich nach dem »Heimaturlaub« nach Syrien zurückkehren, doch am 16. Januar wurde Akse von einem Sondereinsatzkommando in Arnhem verhaftet. Wie seine Rechtsanwältin berichtete, wurde der Unbewaffnete von Polizisten in Handschellen und mit einem Sack über dem Kopf zum Verhör gebracht. ...

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