02.02.2016 / Feuilleton / Seite 10

Schöpferische Zerstörung

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge

Der Münchner Biologe Josef Reichholf fragt sich in seinem neuen Buch »Mein Leben für die Natur«, warum in der ökologisch so versauten DDR mit ihren vergifteten Flüssen und der verpesteten Luft im »mitteldeutschen Chemiedreieck« dennoch jede Menge Tiere lebten, die in der BRD längst verschwunden waren. Trotz aller Umweltschutzgesetze, Filter- und Kläranlagen, Naturschutzgebiete und extrem teurer Renaturierungsmaßnahmen gab es im Westen etwa kaum mehr Fischadler, Biber, Kolkraben und Laubfrösche. Die genannte Frage wirft Reichholf auch in Interviews auf. Ich habe jedoch nicht den Eindruck, dass er sie bündig beantwortet.

Wenn man hingegen einen Ostler fragt, wie das möglich war, kommt sofort die Antwort: »Kein Geld!« Das heißt, nicht alles konnte flächendeckend »kultiviert« werden. Es handelte sich bei der DDR nicht um eine bürgerliche Gesellschaft, sondern um einen »Arbeiter- und Bauernstaat«, wobei »Bauern« als Landarbeiter verstanden wurden. Das bedeutete...

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