01.02.2016 / Ausland / Seite 7

Unnachgiebige Verfolgung

Sicherer Herkunftsstaat? In Marokko ist es schon gefährlich, von der Unterdrückung auch nur zu sprechen

Jörg Tiedjen

Unter Berufung auf ein am Vortag vom königlichen Kabinett in Rabat veröffentlichtes Kommuniqué berichtete die marokkanische Webseite Bladi.net vergangenen Donnerstag von einem Anruf der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel bei König Mohammed VI. Dabei seien beide übereingekommen, dass Marokkaner, die in Deutschland einen Status als Flüchtlinge beansprucht hätten, repatriiert würden. Um Näheres zu regeln, sei ein Treffen der Innenminister vereinbart worden. Am gleichen Tag wurde in Deutschland gemeldet, dass sich die in Berlin regierende große Koalition darauf geeinigt habe, Marokko, Algerien und Tunesien als »sichere Herkunftsstaaten« einzustufen.

Diese Einschätzung geschieht wider besseres Wissen. Am 15. November veröffentlichte Bild ein Interview mit dem marokkanischen Journalisten Ali Anouzla. Er beschrieb, wie es um die politischen Freiheiten in dem Königreich steht. Es gebe drei »rote Linien«, die niemand überschreiten dürfe. »Gefährlich« sei »zum ...

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