30.01.2016 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Río Tintos rote Erde

Kumpel, Kämpfe und Kalifen: Im Süden Spaniens nahm eine der größten und ältesten Kupferminen der Welt die Produktion wieder auf. Ein Heimatbesuch

Carmela Negrete, Nerva

Rot, goldbraun, lila, orange ... Eine farbenfrohe Wüste, ein roter Fluss und ein riesiges Erdloch. Man fährt auf der Straße entlang der Mine und kann sich kaum an den Anblick gewöhnen. Menschen kamen extra hierher, um Bilder zu malen, um zu fotografieren, Filme zu drehen. Sogar die NASA forscht am Río Tinto hier in Südspanien: Das Wasser des Flusses ist extrem sauer – eine Folge des Abbaus von Mineralien zur Gewinnung von Kupfer, aber auch Schwefel, Gold und Silber, seit mehr als 5.000 Jahren. Die vielen Farben und die extremen Bedingungen – eine Erde, auf der nichts wächst – sind mir sehr gut bekannt. Ich bin hier geboren.

Da steht der »Cerro Colorado«, der »Rote Berg«. Und da unten liegt mein Heimatdorf, Nerva. Heute leben dort ungefähr 6.000 Seelen. Die Straßen sind schnurgerade. Wenig erinnert hier an die engen, geschlängelten Gassen eines typisch andalusischen Dorfes, an den muslimischen Einfluss, an das mittelalterliche Kalifat von Córdoba, das e...

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