30.01.2016 / Thema / Seite 12

Die Zeitdiebe

Unternehmen nutzen auch die Digitalisierung, um jederzeit über Arbeitskräfte verfügen zu können. Der Achtstundentag wird dabei ­ausgehebelt. Zulassen wollen die Gewerkschaften das nicht, doch eine klare Gegenstrategie fehlt ihnen bislang

Marcus Schwarzbach

Der Achtstundentag wurde in Deutschland 1918 erstmals gesetzlich festgeschrieben – seitdem versuchen die Unternehmer dagegen anzugehen. Zum Jahreswechsel haben die Konzernvertreter ihre Drohungen gegenüber den Gewerkschaften verschärft. »Der starre Achtstundentag passt nicht mehr ins digitale Zeitalter«, formulierte Ingo Kramer für die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Und Daimlers Personalvorstand Wilfried Porth verlangte, der Gesetzgeber müsse im Arbeitszeitgesetz »die Regeln flexibilisieren.« (FAZ vom 19. Dezember 2015 Arbeitszeiten – Angriff auf den Achtstundentag). Sie knüpfen mit diesen Forderungen an Aktivitäten in den Betrieben an, durch die sie bereits heute Fakten schaffen.

Ein wichtiges Element der Unternehmen ist regelrechte Bestehlen der Beschäftigten durch fehlende Erfassung. Das nennt sich dann »Vertrauensarbeitszeit«. Während bei Gleitzeitregelungen ein Rahmen, beispielsweise von 7 bis 19 Uhr vorgegeben ist, wir...

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