28.01.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Sorgen um Europas Seele

Wer die Polarisierung in der Gesellschaft überwinden will, muss der Polarisierung zwischen Arm und Reich entgegenwirken. Anmerkungen zur »Kölner Botschaft«

Klaus Jünschke

Prominente haben in der vergangenen Woche eine »Kölner Botschaft« veröffentlicht. »Leidenschaftlich rufen die Unterzeichner (…) zum Kampf gegen sexuelle Gewalt, Kriminalität und Fremdenhass auf«, schreibt der lokale Stadt-Anzeiger und unterstützt die Erklärung seinerseits mit der Dauerveröffentlichung zustimmender Leserbriefe. Klaus Jünschke, der in Köln lebt und seit über 25 Jahren mit Flüchtlingen und Gefangenen arbeitet, ist diese »Einheitsfront« suspekt.

Wenn mir ein Flüchtling sagen würde »Ich liebe Deutschland«, würde ich mit einem Zitat von Gustav Heinemann antworten: »Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!« Soviel zum Thema Patriotismus. Einige Kölner sagen: »Wir lieben Köln. Wir lieben die Vielfalt unserer Stadt. Diese sichtbare Verwundbarkeit und Unvollkommenheit der Stadt vertieft unsere Liebe noch.«

Der Kabarettist Jürgen Becker ist mit seiner Rede auf der »Du bes Kölle«-Demo am 14. Dezember 2014 nicht wirklich an...

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