27.01.2016 / Titel / Seite 1

Im Stich gelassen

Hälfte der syrischen Bevölkerung auf der Flucht. UN-Organisationen fordern Ende des Krieges. Opposition droht mit Boykott der Gespräche in Genf

Karin Leukefeld, Genf

Die Vereinten Nationen warnen vor der »schlimmsten humanitären Krise seit Ende des Zweiten Weltkrieges«, die sich derzeit in Syrien ereigne. Der UN-Vertreter in Damaskus, Yacoub El Hillo, berichtete am Dienstag in Genf, dass in der Arabischen Republik bereits die Hälfte der Bevölkerung ihre ursprünglichen Wohnorte habe verlassen müssen. 60 Prozent lebten infolge des Krieges in bitterer Armut. 4,5 Millionen Notleidende seien in den Kampfgebieten nicht für Helfer erreichbar. Die Welt sei auf des Elend dieser Menschen jedoch erst aufmerksam geworden, als Zehntausende Flüchtlinge Schweden und Deutschland erreicht hätten. Er wolle aber klarstellen: »Die Mehrheit der Syrer lebt in ihrer Heimat. Die Menschen leiden still, sie wollen ihr Land nicht verlassen.« Die Syrer erwarteten, dass die »internationale Gemeinschaft« endlich über sie und ihr Schicksal spreche. Es dürfe nicht länger zugelassen werden, dass sie »den Preis für das Scheitern der Politik bezahlen«...

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