26.01.2016 / Ausland / Seite 2

»Die Regierung will sie zum Schweigen bringen«

Sechs Monate nach dem Anschlag auf sozialistische Jugenddelegation in Suruc werden Überlebende kriminalisiert. Gespräch mit Yunus Akan

Kevin Hoffmann, Istanbul

Wie ist sechs Monate nach dem Selbstmordanschlag auf die Delegation der Föderation sozialistischer Jugendvereine, SGDF, in Suruc die Situation der Verletzten und Überlebenden?

Am 20. Juli haben 33 Genossen ihr Leben in Suruc verloren. Über 100 Jugendliche wurden verletzt, 15 von ihnen schwer. Heute sind fast alle Verletzten aus den Krankenhäusern entlassen, einige von ihnen müssen jedoch täglich behandelt werden oder sitzen im Rollstuhl. Viele von uns Überlebenden sind zudem in psychologischer Behandlung. Wir wollten gemeinsam nach Kobani gehen, die Stadt wieder aufbauen, den Kindern Spielzeug bringen. Ich war dort, um für die Nachrichtenagentur ETHA und die sozialistische Wochenzeitung Atilim zu berichten.

Bekommen die Betroffenen Unterstützung vom türkischen Staat oder von anderen Institutionen?

Die Regierung hat den Familien der ermordeten Jugendlichen Geld angeboten. Die lehnten dieses jedoch geschlossen ab. Sie sagten, dass die Regierung damit nur die R...

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