26.01.2016 / Titel / Seite 1

»Sollen sie ertrinken?«

Die griechische Flüchtlingsabwehr ist angeblich ungenügend. Athen wehrt sich gegen Drohungen aus Berlin und Wien

Arnold Schölzel

Deutschland und Österreich griffen am Montag bei einem Treffen der EU-Innenminister in Amsterdam die griechische Regierung wegen angeblich ungenügender Flüchtlingsabwehr scharf an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach im Kolonialherrenton davon, Athen müsse seine »Hausaufgaben« machen und die Außengrenzen besser sichern. Es sei ein »dauerhafter, spürbarer, nachhaltiger Rückgang der Flüchtlingszahlen« schon in den nächsten Wochen nötig. »Die Zeit läuft uns davon.« Er schloss einen Einsatz der EU-Grenzschutzbehörde Frontex im Nachbarland Mazedonien, das nicht zur EU gehört, nicht aus. Zwar seien die Ankunftszahlen zuletzt »deutlich zurückgegangen« – dies sei aber »wesentlich wegen des schlechten Wetters« der Fall und nicht etwa wegen besserer Kontrollen an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei.

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner nannte es einen »Mythos«, dass diese Grenze nicht zu sichern sei. Griechenland verfüge über ...

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