23.01.2016 / Ausland / Seite 6

Einschüchterung vor Jahrestag

Vor fünf Jahren wurde Mubarak gestürzt. Das aktuelle Regime will Kritiker zum Schweigen bringen

Sofian Philip Naceur, Kairo

Es war der Auftakt einer Einschüchterungskampagne gegen Oppositionelle. Am 19. November nahmen Einsatzkräfte den in Deutschland lebenden ägyptischen Chirurgen Ahmed Said in der Kairoer Innenstadt fest. Wenige Stunden zuvor hatte die Polizei eine Mahnwache für die Opfer eines Massakers an Demonstranten im November 2011 aufgelöst, 13 Menschen wurden verhaftet.

Auf dem Präsidium wurde Said mehrere Tage lang von Geheimdienstmitarbeitern gefoltert, bevor ihm und vier anderen Angeklagten Mitte Dezember der Prozess gemacht wurde. Das Urteil: zwei Jahre Haft wegen Verstößen gegen das repressive Protestgesetz. Inzwischen hat der Fall international Aufmerksamkeit erregt. Nun muss sich auch die Bundesregierung Fragen der Opposition zu ihrer Hilfe bei der Aus- und Fortbildung für ägyptische Behörden gefallen lassen. Denn deutsche Unterstützung soll unter anderem auch jene Geheimdienstsektion erhalten haben, die als verantwortlich für die Folterung Saids gilt.

Unterdess...

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