23.01.2016 / Ausland / Seite 7

Die große Sonntagsfrage

Vorrunde oder Finallauf? Bei der Präsidentschaftswahl in Portugal gilt konservativer Kandidat als Favorit

Peter Steiniger

Die gute Nachricht zuerst: Portugal hat die Ära von Aníbal Cavaco Silva in Kürze hinter sich. Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag sollen die Portugiesen seinen Nachfolger bestimmen. Zehn Kandidaten sind im Rennen. Aussichtsreichster Bewerber ist der Rechtswissenschaftler und bekannte Fernsehkommentator Marcelo Rebelo de Sousa, der auf die Unterstützung der im Oktober abgewählten Mitte-rechts-Parteien PSD und CDS-PP bauen kann. Rebelo de Sousa tritt als gemäßigter Konservativer auf, der die Abkehr Portugals von unsozialer Sparpolitik begrüßt, als fairer »Schiedsrichter« in der politischen Arena wirken und die Geschäfte der neuen, sozialistisch geführten Regierung nicht sabotieren möchte. Damit würde er sich vom jetzigen Amtsinhaber deutlich absetzen.

Noch bis fünf nach zwölf hatte Cavaco die Bildung einer von links unterstützten Regierung zu verhindern versucht, nachdem die bürgerlichen Parteien mit ihrem Bündnis »Portugal à Frente« (PàF, Vorwärts, Por...

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