22.01.2016 / Feuilleton / Seite 10

Ein fairer Handel

Du bist der Stern, und ich bin dir schnuppe: Jörg Siegert legt 141 Gedichte über die Liebe vor

Jochen Knobloch

Gedichte haben es heutzutage immer schwer. Wenn ein politischer Aktivist wie Jörg Siegert, Mitherausgeber der anarchistischen Zeitschrift Graswurzelrevolution, ein ganzes Heft mit 141 Gedichten zum Thema »Liebe« veröffentlicht, zeugt das von Mut.

Wenn im Verlagstext behauptet wird: »Verstehen kann Jörg die Liebe nicht – aber zumindest kann er sich auf alles einen Reim machen«, stimmt nur der zweite Teil des Satzes. Bei ihm geht es um die frische wie die alte Liebe, die unerwiderte und natürlich auch die verzweifelte. Siegert ist nie kitschig und jammert auch nicht. Dafür spielt der Wortwitz eine wichtige Rolle, diese Gedichte sind irgendwo zwischen Heinrich Heine und Heinz Erhardt zu verorten – und zwar im besten Sinne. Und am meisten wirken sie, wenn man sie sich gegenseitig mit dem oder der Liebsten vorliest. So war das Lieblingsgedicht meiner Freundin die »Ode an meine Optikerin«: Ich habe ein Auge / auf Dich geworfen. / Aber das ist / kein V...

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