21.01.2016 / Thema / Seite 12

Der postmoderne Gramsci

Der Revolutionär und Philosoph ist in. Die vorherrschende Interpretation seines Denkens steht allerdings im Widerspruch zu dem, was er intendierte. Zum 125. Geburtstag des italienischen Kommunisten

Stefano G. Azzarà

Ende 2015 wurde in Rio de Janeiro die »International Gramsci Society Brasil« ins Leben gerufen, die brasilianische Abteilung der wichtigsten und weltweit am weitesten verbreiteten Vereinigung zum Studium Gramscis. Ihre Gründung ist die Folge eines beständig wachsenden kulturellen Austauschs unter maßgeblichen europäischen und lateinamerikanischen marxistischen Intellektuellen. Und sie ist die Bestätigung eines erneuerten Interesses an Antonio Gramsci, das sich auch anhand der Häufigkeit bemessen lässt, mit der sein Name in internationalen philosophischen und politischen Zusammenkünften und Debatten fällt. Ist es aber auch ein Hinweis auf ein wiederbelebtes allgemeines Interesse am Marxismus insgesamt?

Keine Renaissance des Marxismus

Leider nicht. In Zeiten einer tiefgreifenden Krise der modernen Demokratie, in der die herrschenden Klassen das gesellschaftliche Kräfteverhältniss klar dominieren, erfolgt auch die Rezeption und Verbreitung von Gramscis ...

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