18.01.2016 / Politisches Buch / Seite 15

Von Bauern, Müslis und Mollis

Ein Buch über den jahrzehntelangen Widerstand gegen Atomkraftwerke

Wolfgang Pomrehn

Auf die Frage, welche soziale Bewegung die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft am stärksten geprägt hat, fallen den meisten Linken vermutlich zuerst die 68er ein. Die Jugend rebellierte gegen den miefigen Bonner Staat, gegen die Republik der Täter und Mitläufer, rigide Sexualmoral und Verdrängung der Verbrechen des deutschen Faschismus. Einige Ausläufer dieser Revolte mündeten in den 1970er Jahren in die Antiatombewegung, wo sie sich mit vielen anderen, auch konservativen Akteuren verbanden. Hunderttausende wurden politisiert und oftmals durch massive Polizeigewalt radikalisiert.

Ein bei Assoziation A erschienener Band zeichnet die »Bewegung von Bauern und Winzern, Müslis und Mollis« nach, wobei der Schwerpunkt auf dem niedersächsischen Wendland liegt. Das lag an der Elbe und an der Grenze zur DDR. Ende der 1970er war es einer der abgelegensten Zipfel Westdeutschlands und eine ländliche CDU-Hochburg. Die christdemokratische Landesregierung meinte, dort ein...

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