18.01.2016 / Feuilleton / Seite 11

Wie geht es dir beim Bier?

Ein sehr gutes Buch von Florian Günther über die richtigen und die zufälligen Selbstdarsteller in der Kneipe

Christof Meueler

Schon mal Gott getroffen? Bei Florian Günther geht das so: »Stell dir vor, du / würdest ihn / treffen, an der Pißrinne / einer räudigen Kneipe, in irgendeiner / x-beliebigen Stadt. // Was würdest du tun? // Wenn du gut / bist, würdest du / gehen, ohne / ein Wort zu verlieren. // Und wenn du / besser bist als gut, / würdest du / es dir verzeihen.«

Dieses Gedicht heißt »Was mit Gott« und ist in Günthers aktuellem Buch »Genug Zeit zu verlieren« zu finden. Es ist sein zweiter Fotoband nach »Reise ohne wegzumüssen« von 2012, was auch ein sehr guter Titel für die Neuerscheinung gewesen wäre. Im ersten Band ging es vorwiegend um die späte DDR, logisch, auch schön, aber teilweise ein Tick zu sehr depressiv-pittoresk. Und deshalb auch nicht so erstaunlich wie der neue Band.

In »Genug Zeit zu verlieren« geht es um die trunkene Gegenwart, um Kneipe und Wahrheit, Rausch und Alltag, um das Sichraustrinken aus den Verhältnissen. Nicht zu Hause, sondern an der Bar, sonst ...

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