18.01.2016 / Ausland / Seite 7

Der ignorierte Krieg

Im Südosten der Türkei führt die Staatsmacht einen Feldzug gegen die kurdische Befreiungsbewegung. Der Westen übergeht die Massaker seines Partners. Von

Peter Schaber, Sur

Seit Monaten hält die Regierung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Premier Ahmet Davutoglu in Diyarbakir, Cizre, Silopi und Sirnak Hunderttausende Menschen kollektiv in Gefangenschaft. Zonen mit Ausgangssperren, hermetisch abgeriegelt von Polizei und Militär, wurden eingerichtet, in denen die Bevölkerung beschossen und ausgehungert wird. Humanitäre Hilfe wird nicht durchgelassen, die Wasser- und die Stromversorgung wurden gekappt. In den Sperrgebieten leisten kurdische Kämpfer der PKK-Jugendorganisation YDG-H bewaffneten Widerstand. Sie sehen sich einer Übermacht von Tausenden Polizisten und schwerbewaffneten Soldaten gegenüber. Panzer stehen in den Straßen, Wohnviertel werden angegriffen, innerhalb der Gebiete mit Ausgangssperre schießen Scharfschützen auf alles, was sich bewegt.

Was die türkischen Sicherheitskräfte in den kurdischen Landesteilen betreiben, ist nichts weniger als Terrorismus, die gewollte Einschüchterung einer ganzen Bevölkerung...

Artikel-Länge: 3328 Zeichen

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