16.01.2016 / Feuilleton / Seite 10

Wucht und Würde

Den Sisyphusstein des unglücklich Verliebtseins den Berg hochschieben: Der große Otis Clay ist tot

Reinhard Jellen

Am 8. Januar starb Otis Clay, einer der größten Soulsänger überhaupt. Er prägte mit Otis Redding, James Carr, O. V. Wright und Al Green das Genre »Deep Soul« und hatte in den 70er Jahren mit »Trying To Live My Life Without You« einen Hit, der auch in unseren Breiten bekannt wurde – in einer exorbitant unterirdsichen Coverversion von Bob Seeger.

Clay wurde 1942 in Mississippi geboren und zog mit 15 Jahren nach Chicago, wo er als Sänger der Gospel Songbirds seine Karriere startete. Mitte der sechziger Jahre wandte er sich der säkularen Musik zu und veröffentlichte auf dem Label »One-derful!« eine Reihe von Singles, die ihn in den USA als Sänger herausragender Balladen bekannt machten. »Tired Of Falling In (And Out Of) Love« und »That’s How It Is (When You’re In Love)«, letzteres mit einer der niederschmetterndsten Eröffnungszeilen überhaupt: »Please somebody take their hand and slap some sense in me«. Beide Songs haben dem populären Liedgut gleich mehrere Di...

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