16.01.2016 / Wochenendbeilage / Seite 8 (Beilage)

Pol & Pott. Eierpunsch

Ina Bösecke

Nirgends kommen die Reichen und Schönen so gut weg wie bei den Screwball-Komödien Hollywoods der 30er und 40er Jahre. Wie kleine verspielte Kinder tummeln sie sich da an ihren jeweiligen Schauplätzen und machen aus Langeweile allerhand Dummheiten. Zum Beispiel lassen sie sich scheiden, damit mal wieder etwas Aufregendes in ihrem Leben passiert (neben Autorennen, Partys, Pferderennen und Segeltouren). In dem Film »Die schreckliche Wahrheit« (USA 1937) von Leo McCarey haben die Eheleute nun tatsächlich Gründe vorzulegen für ihre Scheidung. Beide verdächtigen sich, fremdgegangen zu sein. Ob es so war, ist selbst für die Zuschauer nicht eindeutig zu erkennen, scheint aber auch gar nicht so wichtig. Hauptaugenmerk wird hier auf die dezent bis überkandidelt versuchte Rückeroberung des Eheglücks gelegt. Sie sind ja auch erst gerade geschieden worden und natürlich neu liiert.

Jerry (Cary Grant) hat es hier eindeutig leichter. Lucy (Irene Dunne), seine Ex, hat sich...

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