16.01.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Aramco an die Börse 

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise

Saudi-Arabien ist das einzige Land der Welt, das nach einer Fürstenfamilie heißt. Es ist so, als hätte man Preußen Hohenzollernland und Bayern Wittelsbachergebiet genannt. Dass die Sauds das große Gebiet auf der arabischen Halbinsel ihren Privatbesitz nennen, verdanken sie den Briten und ihrer eigenen, schon vor hundert Jahren bemerkenswerten Unterwürfigkeit gegenüber westlichen Kolonialmächten. Der sagenhafte Ölreichtum des Landes wurde aber von US-amerikanischen Unternehmen erschlossen. Die größten Ölfelder auf dem Globus, deren Förderkosten zudem unglaublich niedrig sind, befinden sich im Besitz der staatlichen Saudi Aramco, was wiederum heißt, dass sie wie das ganze Land Eigentum der Königsfamilie der Sauds sind. Der ausgeschriebene Name der Gesellschaft, »Arabian-American Oil Company«, deutet das enge Verhältnis zu den USA bereits an. Erst zwischen 1973 und 1980 haben die Sauds die US-Gesellschaften a...

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