16.01.2016 / Inland / Seite 4

Subventionierte Gewinne

Steuerhinterziehung – eine der Fluchtursachen in Entwicklungsländern

Niema Movassat

Die Erhöhung der Gelder für Entwicklungshilfe gilt derzeit als magische Lösungsformel, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Dabei ist in der öffentlichen Debatte völlig unterbelichtet, dass Entwicklungsländern durch Steuerflucht internationaler Konzerne mindestens 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr verlorengehen. Dies entspricht fast der Summe der weltweiten jährlichen Entwicklungshilfe.

Google, Apple, Amazon, Starbucks und Ikea zahlen häufig kaum oder gar keine Steuern. Sie übertragen Gewinne auf Briefkastenfirmen in Steueroasen auf karibischen Inseln, in Irland oder im US-Bundesstaat Delaware. Doch auch Länder wie Luxemburg oder Deutschland sind für viele multinationale Unternehmen ein Steuerparadies.

Am 31. Dezember 2015 musste beispielsweise Apple nach Steuerermittlungen in Italien 318 Millionen Euro zahlen. Die italienischen Behörden hatten dem Konzern vorgeworfen, zwischen 2008 und 2013 viel zu wenig Steuern gezahlt zu haben. Insgesamt ging es um 880 Millio...

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