16.01.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Mutter aller Schlachten«

»Neue Weltordnung« in Nahost: Mit dem Bombardement im Irak begann eine ganze Reihe US-geführter Kriege und Interventionen

Joachim Guilliard

In der Nacht auf den 17. Januar 1991 begann mit dem massivsten Bombardement der Geschichte der erste US-geführte Krieg gegen den Irak. Um 2.30 Uhr schlugen die ersten Bomben in Bagdad ein. Das Fernsehen war live dabei. Während der 42 Tage dauernden »Operation Wüstensturm«, für die Washington in den Monaten davor 580.000 eigene Soldaten und 80.000 von verbündeten Ländern am Persischen Golf in Stellung gebracht hatte, flogen die USA und ihre NATO-Partner im Durchschnitt 2.000 Angriffe pro Tag.

Offiziell war der Feldzug eine Reaktion auf die Besetzung Kuwaits durch irakische Truppen am 2. August 1990. Der Krieg war jedoch von den USA schon zuvor geplant worden. Bereits 1989 hatte das Pentagon dafür den Kriegsplan 1002-90 erstellt und ihn im Juni 1990 in der Militärübung »Internal Look« durchgespielt. Die gute Vorbereitung zahlte sich aus: Am 3. August, also nur einen Tag nach dem irakischen Einmarsch im kleinen Nachbarland, drückte Washington die erste UN...

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