15.01.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Fünf Jahre Schonfrist

Ministererlaubnis für Fusion von Edeka mit Kaiser’s freut Branchenprimus und ver.di gleichermaßen. Böses Erwachen für Beschäftigte absehbar

Ralf Wurzbacher

Verkehrte Welt: »Mit der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka zeigt sich erneut, dass es sich lohnt, wenn Beschäftigte sich wehren.« Die Aussage stammt von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und ist Teil eines Pressestatements durch Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger vom vergangenen Mittwoch. Tags zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verkündet, per Ministererlaubnis grünes Licht für eine Fusion des Edeka-Verbunds mit der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann zu geben. Kommt es so, wird der unangefochtene Marktführer im Lebensmittelhandel noch ein Stück monströser und die Konkurrenz weiter abgehängt. Nur, warum findet das ver.di so gut?

Der Fairness halber: Nicht der bevorstehende Zusammenschluss an sich sorgt für Freude bei der Gewerkschaft, sondern die Art der möglichen Umsetzung. Die in Aussicht gestellte Genehmigung will Gabriel an die Erfüllung einer Reihe »harter« Auflagen koppeln. So müss...

Artikel-Länge: 5725 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe