15.01.2016 / Inland / Seite 5

Bewusste Benachteiligung

Gericht: Schulische Nachhilfe für Kinder aus Hartz-IV-Haushalten nur bei akuter Versetzungsgefahr

Christina Müller

Mehr als 2,5 Millionen Kinder leben in Deutschland in armen Haushalten. Ihre Eltern verfügen über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Seit 2005 ist diese Zahl annähernd gleich geblieben, wie in dieser Woche erneut eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung aufzeigte. Zynisch zählt die Bundeszentrale für politische Bildung einen Teil dieser Gesellschaftsschicht zum »bildungsfernen Milieu«. Doch Bildung kostet, wer sie sich nicht leisten kann, hat Pech. Besonders deutlich macht das ein am Mittwoch veröffentlichtes Urteil des hessischen Landessozialgerichts. Kinder aus Hartz-IV-Haushalten soll danach nur Nachhilfe gewährt werden, wenn ihre Versetzung gefährdet ist.

Fast vier Jahre durch die Instanzen gekämpft hatten sich ein heute 15jähriger Junge und seine Mutter. Laut Gerichtsurteil, d...

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