14.01.2016 / Feuilleton / Seite 11

Zum Hascherl degradiert

Ein neuer Dokfilm über Janis Joplin wird der Ikone nicht gerecht

André Weikard

Die Biographie von Janis Jop­lin ist für einen US-Rockstar prototypisch: Außenseitertum, Vorstadtrebellion, Plattenvertrag, Ruhm, innere Leere, Drogentod. Die preisgekrönte Dokfilmerin Amy Berg (»Erlöse uns von dem Bösen«) hat sich genau an dieses Schema gehalten. In »Janis – Little girl blue« romantisiert sie das Leben der Legende von vorne bis hinten. Will heißen: chronologisch. Vom Rauswurf der kleinen Janis aus dem Kirchenchor wegen Bockigkeit über ihren Durchbruch beim Monterey-Festival 1967 bis zum Hippie-Selbsterfahrungstrip durch Südamerika. Fleißig hat Berg Collegefotos vom pickligen Mädchen zusammengetragen, mit Pudelfrisur und Hundeblick. Zum »häss­lichsten Mann« auf dem Campus wurde sie gewählt, erfährt man. Und dass sie schon immer Pech hatte mit den Männern, von denen manche einfach Arschlöcher waren, darunter ein Meth-Dealer.

Berg erklärt das exzessive Leben Joplins, ihre Depressionen, ihren Drogenkonsum mit Kränkungen in der Pubertät, unter...

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