07.01.2016 / Feuilleton / Seite 11

»Ich werde sein«. Rosa-Luxemburg-Gedenkorte (1)

Dr. Seltsam

Ein alter Kabarettwitz lautet: »Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.« Leider gilt das auch für Orte, an denen Rosa Luxemburgs heute gedacht werden müsste. Am bedauerlichsten ist der Verlust des gewaltigen Grabdenkmals im nördlichen Teil der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. 1919 wurden hier mehr als 30 Opfer der von Sozialdemokraten befehligten Soldateska beerdigt, darunter Karl Liebknecht. Für Rosa Luxemburg wurde ein Grab freigehalten.

Das 1926 für die ermordeten Spartakisten errichtete Denkmal war 15 Meter lang, acht Meter hoch und aus dunkelrotem Backstein. Im Stil des Expressionismus bzw. der Bauhaus-Architektur mit vorkragenden Balkonen und zurückspringenden Schattenfächern erbaut, hatte es die Ausmaße eines kleinen Mietshauses. Links war in goldenen Buchstaben das Vermächtnis Rosa Luxemburgs ...

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