07.01.2016 / Ausland / Seite 7

Comeback auf dünnem Eis

Jahresrückblick 2015. Heute: Russland. Über geopolitischen Prestigegewinn durch Luftangriffe in Syrien und Moskaus Weg zur Autarkie

Reinhard Lauterbach

Die russische Diplomatie kann auf ein alles in allem erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken. Das Land hat das Etikett des weltweiten Paria, das ihm die USA und ihr politisches Gefolge wegen des Ukraine-Konflikts anhängen wollen, auf mehreren Ebenen erfolgreich zurückgewiesen. Es hat gezeigt, dass die wichtigsten weltweiten Konflikte ohne und gegen Russland nicht zu bewältigen sind. Gelöst sind diese damit zwar weiterhin nicht, und ob diese Lösung im russischen Sinne ausfallen wird, ist alles andere als sicher.

Das spektakulärste Beispiel für dieses weltpolitische Comeback ist die russische Militärintervention in Syrien, die seit dem Sommer auf logistischer Ebene vorbereitet wurde und am 30. September mit Luftangriffen auf Stellungen von Aufständischen begann. In russischen politischen Zirkeln wird mit Genugtuung vermerkt, dass damit erstmals seit dem Ende des (ersten) Kalten Krieges das Monopol der USA und ihrer Verbündeten auf Militäroperationen im »fernen...

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