05.01.2016 / Ansichten / Seite 8

Wer hat’s erfunden?

Nach dem Terroralarm in München

Ulla Jelpke

Selbstmordattentäter des »Islamischen Staates« planten ein Blutbad an Münchner Bahnhöfen. So lauteten am Silvesterabend die Horrormeldungen. Bahnhöfe wurden gesperrt, Hotels nach verdächtigen Ausländern durchsucht, schwerbewaffnete Polizisten marschierten auf. Wenige Tage später ist lediglich noch von einer »abstrakten Gefahr« die Rede. An Selbstmordattentäter in München scheinen selbst die bayerischen Behörden nicht mehr zu glauben.

Der Tipp sei vom französischen Geheimdienst gekommen, hieß es zuerst in den Medien. Kurz darauf wurde ein US-Geheimdienst als Urheber benannt. Der Hinweis sei aus dem Irak gekommen, wurde dann wieder behauptet, der Bundesnachrichtendienst habe eine Quelle direkt befragt. Schließlich hieß es, ein irakisches Brüderpaar habe kurz vor Weihnachten bei einer süddeutschen Polizeidienststelle vor Anschlägen auf den Nahverkehr gewarnt. Doch weder Interpol- noch Europol-Recherchen erbrachten Hinweise, ob die als Attentäter namentlich...

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