05.01.2016 / Ausland / Seite 6

Töten als wahrer Auftrag

Aktivisten in den USA demonstrieren gegen Polizeigewalt. Kaum ein Beamter wird angeklagt

Jürgen Heiser

Allein im Jahr 2015 sind in den USA mindestens 1.152 Menschen durch Polizeigewalt gestorben. Dies geht aus einem im Dezember veröffentlichten Bericht der Gruppe »Mapping Police Violence« hervor. Gegen die andauernden Übergriffe der Staatsmacht haben Aktivisten zum Jahreswechsel in mehreren Städten des Landes demonstriert.

In Washington, D.C. folgten 500 Menschen in der Silvesternacht einem Aufruf von »Black Lives Matter« (BLM). Die Demonstranten zogen durch die Innenstadt und blockierten mehrere Straßenkreuzungen. Wie NBC News berichtete, skandierten sie »Erhebt euch, wehrt euch!« und forderten Gerechtigkeit für den von einem weißen Polizisten erschossenen 12jährigen Tamir Rice aus Cleveland (Ohio) und die in einer texanischen Polizeizelle tot aufgefundene BLM-Bloggerin Sandra Bland. In beiden Fällen hatten die Staatsanwaltschaften es kürzlich abgelehnt, Anklage gegen Polizeibeamte zu erheben. Im Internet erklärte das in Washington aktive »Stop Police Terr...

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