30.12.2015 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Systematisch kaputtgespart

Jahresrückblick. Heute: Italien. Regierung rettet Banken, privatisiert und rüstet auf. Die Rechte profitiert

Raoul Rigault

Zahlreiche Regierungen hat Italien seit dem Ausbruch der Eurokrise 2008 erlebt. Doch egal ob der Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Mario Monti, Enrico Letta oder Matteo Renzi hieß, eines verband sie alle: die regelmäßige Mitteilung, die Krise sei vorbei. Doch nach wie vor steckt die drittgrößte Industrienation in der EU tief im Krisensumpf.

Nun aber soll es endlich soweit sein. Roms Wirtschafts- und Finanzminister Pier Carlo Padoan ließ daran Ende Oktober keinen Zweifel: »Die jüngsten Ergebnisse in punkto Wirtschaftswachstum übertreffen alle Erwartungen. Die Beschäftigung ist gut, mit besseren Arbeitsverträgen.«

Tatsächlich erwartet das Nationale Amt für Statistik (Istat) für das abgelaufene Jahr lediglich ein Plus von gerade mal 0,7 Prozent. Eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt wird daher bestenfalls im Schneckentempo stattfinden. Die EU-Kommission nahm nur einen Rückgang der Erwerbslosenquote von 12,7 in 2014 auf 12,2 Prozent in 2015 wahr. Und die Jug...

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