24.12.2015 / Feuilleton / Seite 11

Viva La Habana!

Eine Weihnachtsreise nach Havanna in noch unglobalisierten Zeiten (Teil 1)

Wiglaf Droste

Es war Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts, ich lebte seit ein paar Jahren in Berlin und hatte begonnen, als freier Mitarbeiter der taz und des Spandauer Volksblatts für jeweils 50 Pfennig pro Zeile jeden Abend in kulturreporterischem Auftrag unterwegs zu sein. Es war ein Leben nach meinem Gusto: Geld hatte ich nicht viel, aber es gab eine tägliche Horizonterweiterung in den Welten der Musik, des Theaters, des Kinos, der Literatur und der Kunst, es gab menschliches Gewühle, Studien am lebenden Objekt, die Kollegen waren teilweise große Klasse (darunter Willy Theobald und Klaus Nothnagel, um stellvertretend für viele nur zwei zu nennen), oft war ich mit dem Fotografen Roland Owsnitzki unterwegs, der seine Fotos als »Votos« bezeichnet, weil er ein Votum abgeben und mit ihnen etwas sagen will.

Die redaktionelle Betreuung durch Sabine Vogel und Herrn Qpferdach war angemessen wohlwollend und streng zugleich, ich lernte täglich, traf die seltsamst...

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